So berechnest du, was du in der Abschlussklausur brauchst

Die Endnote in einem Kurs ist fast immer ein gewichteter Durchschnitt mehrerer Bestandteile: Hausaufgaben, Quizze, Arbeiten und eine Abschlussklausur, wobei jeder Bestandteil eine Gewichtung in Prozent hat und sich die Gewichtungen auf 100 % addieren. Der Anteil, der schon feststeht, ergibt sich aus der Summe dessen, was du bisher erreicht hast, also jeder Note multipliziert mit ihrer Gewichtung. Auf der deutschen Skala von 1,0 bis 5,0 gilt dabei: Eine kleinere Zahl ist besser, 1,0 ist die Bestnote und 4,0 meist die letzte bestandene Note. Offen ist nur noch, was du im letzten Bestandteil (der Abschlussklausur) brauchst, um deine Zielnote zu erreichen.

Die Formel ist einfach:

erforderliche Klausurnote = (Zielnote − bisheriger Anteil) ÷ (Klausurgewichtung ÷ 100)

Den „bisherigen Anteil“ berechnest du so: Multipliziere für jeden Bestandteil mit Note die Note mit seiner Gewichtung (in Prozent, also Gewichtung geteilt durch 100) und addiere die Ergebnisse. Das ist genau dieselbe Logik wie beim Berechnen eines gewichteten Durchschnitts, nur „rückwärts“ gelöst, um die fehlende Note statt des Durchschnitts zu finden.

Ein Rechenbeispiel, Schritt für Schritt

Angenommen, du hast einen Kurs mit den folgenden Bestandteilen und willst ihn mit der Note 2,3 abschließen:

Bestandteil Gewichtung Note Anteil (Note × Gewichtung)
Hausaufgaben30 %2,00,6
Zwischenquiz20 %3,00,6
Abschlussklausur50 %??
Bisher erreicht insgesamt--1,2

Die beiden Bestandteile tragen zusammen 1,2 bei. Für die gewünschte 2,3 fehlen also noch 2,3 − 1,2 = 1,1, und die müssen aus der Abschlussklausur kommen. Die Klausur zählt 50 %, also teilst du: 1,1 ÷ 0,5 = 2,2. Du brauchst in der Abschlussklausur also eine 2,2 oder besser, um den Kurs mit 2,3 abzuschließen. Probe: 0,6 + 0,6 + 0,5 × 2,2 = 2,3. Beachte, dass die benötigte Klausurnote (2,2) besser ist als die 2,3 selbst, weil das Quiz mit 3,0 deine Note verschlechtert hat und die Abschlussklausur das ausgleichen muss. Wird die Klausur in den üblichen Stufen benotet (2,0; 2,3; 2,7 …), kämst du mit einer 2,3 rechnerisch auf 2,35 – ob das noch als 2,3 zählt, hängt davon ab, wie deine Prüfungsordnung rundet. Sicher bist du mit einer 2,0.

Um zu sehen, was du zum Bestehen brauchst, gib als Zielnote 4,0 ein, die übliche Bestehensgrenze. Im Beispiel ergibt das (4,0 − 1,2) ÷ 0,5 = 5,6, also eine schlechtere Zahl als jede bestandene Note: Rechnerisch reicht dann schon eine 4,0 in der Klausur. In vielen Prüfungsordnungen muss die Klausur aber selbst bestanden sein, und Bestehensregeln unterscheiden sich zwischen Hochschulen und Kursen – schau also in der Kursbeschreibung oder der Prüfungsordnung nach.

Was, wenn du besser als 1,0 bräuchtest?

Manchmal zeigt der Rechner, dass du für dein Ziel eine Klausurnote besser als 1,0 bräuchtest, also eine Zahl unter 1,0. Das bedeutet, dass es mathematisch unmöglich ist, selbst mit der Bestnote 1,0. Es ist ein Zeichen dafür, dass das gesetzte Ziel im Verhältnis zu dem, was du schon erreicht hast, zu hoch ist. Ein paar praktische Möglichkeiten:

  • Setze ein realistischeres Ziel. Die beste Kursnote, die du noch erreichen kannst, ist dein bisheriger Anteil plus Klausurgewichtung × 1,0. Im Beispiel: 1,2 + 0,5 × 1,0 = 1,7.
  • Prüfe, ob es noch andere offene Bestandteile gibt. Wenn noch eine Arbeit, ein Bonus für die Mitarbeit oder eine Hausaufgabe abzugeben ist, zählt das ebenfalls und kann dein Ergebnis noch verbessern.
  • Frag die Lehrperson. Erkundige dich, ob es einen zweiten Prüfungstermin, eine Bonusaufgabe oder eine alternative Gewichtung gibt. Manchmal lässt die Prüfungsordnung mehr Spielraum, als es scheint.

Was du in den übrigen Kursen für einen Zieldurchschnitt brauchst

Die Frage „Was brauche ich?“ stellt sich auch auf der Ebene des ganzen Studiengangs, nicht nur bei einem einzelnen Kurs: Welche Noten brauche ich in meinen übrigen Kursen, um meinen Durchschnitt auf 2,0 zu verbessern? Der Tab „Durchschnitt für die übrigen Kurse“ im Rechner oben führt genau diese Berechnung aus. Gib deinen aktuellen Durchschnitt, die bereits erworbenen und die noch offenen Leistungspunkte (ECTS) und den gewünschten Durchschnitt für deinen Studiengang ein, und er berechnet den Durchschnitt, den du von nun an brauchst. Beispiel (so ist der Tab vorausgefüllt): aktueller Durchschnitt 2,4 nach 60 Leistungspunkten, noch 120 offen, Ziel 2,0. Dann brauchst du (2,0 × 180 − 2,4 × 60) ÷ 120 = (360 − 144) ÷ 120 = 1,8 oder besser im Schnitt der übrigen Kurse. Wenn du das mit allen deinen echten Kursen über die Zeit verfolgen willst, schau dir die Anleitung zum gewichteten Durchschnitt und das vollständige Tool an.

Warum ein automatisches Tool statt Handrechnung

Für eine einmalige Berechnung für einen einzelnen Kurs reicht die Formel oben. Wenn du aber alle deine Kurse verwalten, Szenarien durchspielen („Was passiert mit meinem Durchschnitt, wenn ich in diesem Kurs eine 1,3 bekomme?“) und Ziele über deinen ganzen Studiengang verfolgen willst, ist ein Tool besser, das das automatisch und fehlerfrei erledigt. Du kannst deinen Durchschnitt und deine Ziele hier in der App verwalten, kostenlos und ohne Registrierung, und deine Daten bleiben in deinem Browser.