Ein Semester im Ausland oder ein Studium in einem neuen Land wirft schnell die Frage auf: Was ist eine 14 von 20 oder ein „B“ in Deutschland wert? Die ehrliche Antwort lautet: Es gibt keine allgemeingültige Formel. Dieser Artikel erklärt, warum das so ist, wie Hochschulen das meist handhaben und was du selbst tun kannst, damit später nichts fehlt.

Warum es keine allgemeingültige Formel gibt

Notensysteme unterscheiden sich in mehreren Punkten gleichzeitig. In Deutschland ist 1,0 die beste Note und 4,0 die schlechteste noch bestandene, niedriger ist also besser. In Frankreich wird häufig auf einer Skala von 0 bis 20 bewertet, in den USA mit Buchstaben und einem GPA bis 4,0, anderswo in Prozent. Die Richtung ist verschieden, die Spanne ebenfalls, und die Bestehensgrenze liegt nicht an derselben Stelle.

Dazu kommt: Selbst innerhalb einer Skala wird unterschiedlich streng bewertet. In manchen Ländern oder Fächern sind Noten am oberen Ende selten, in anderen üblich. Eine 14 von 20 kann deshalb in einem System eine sehr gute Leistung sein, in einem anderen nur eine solide. Eine einfache Rechnung wie 14 ÷ 20 = 0,70 liefert zwar einen Anteil von 70 %, sagt aber nicht, welcher deutschen Note das entspricht. Wer eine Formel verspricht, verspricht mehr, als sich seriös belegen lässt.

Wie Hochschulen es meist handhaben

Üblich ist, dass die Hochschule die Umrechnung übernimmt, nicht du. Viele Hochschulen im europäischen Raum nutzen dafür Umrechnungstabellen oder Verteilungsvergleiche, die auch auf ECTS-Leistungspunkten aufbauen. Welche Methode gilt, entscheidet jede Hochschule oder jeder Fachbereich selbst. Häufig sind diese Varianten:

  • Die Leistung wird nur als bestanden anerkannt und die Note geht nicht in den Durchschnitt ein.
  • Die Note wird nach einer Tabelle der Heimathochschule umgerechnet und geht gewichtet in den Durchschnitt ein.
  • Die ausländische Note wird im Zeugnis oder Notenspiegel zusätzlich im Original ausgewiesen.

Welche Variante bei dir gilt, steht in der Prüfungsordnung deines Studiengangs oder wird vom Akademischen Auslandsamt beziehungsweise von der Prüfungsstelle erklärt. Wer neu in ein Land zieht und dort weiterstudiert, hat es ähnlich: Die aufnehmende Hochschule entscheidet, welche früheren Leistungen sie anerkennt und wie sie diese einordnet. Das ist eine Einzelfallentscheidung, deshalb solltest du früh nachfragen und dir die Antwort schriftlich geben lassen.

Was du aufheben und klären solltest

Mit ein paar Gewohnheiten vermeidest du später Ärger, weil Unterlagen fehlen oder eine Regel anders war als gedacht:

  • Transcript und Notenspiegel: Lass dir den offiziellen Leistungsnachweis der Gasthochschule im Original geben und bewahre ihn digital und auf Papier auf.
  • Notenskala der Gasthochschule: Speichere die Beschreibung der Skala und, wenn vorhanden, die Notenverteilung. Spätere Prüfer wollen oft wissen, was die Zahlen dort bedeuten.
  • Kursbeschreibungen: Hebe Modulbeschreibungen, Stundenumfang und Leistungspunkte auf. Sie sind die Grundlage jeder Anerkennung.
  • Vorab-Vereinbarung: Lass dir vor der Abreise schriftlich bestätigen, welche Kurse anerkannt werden sollen, etwa im Learning Agreement, falls es ein Erasmus-Aufenthalt ist.
  • Fristen: Frag nach, bis wann Leistungen zur Anerkennung eingereicht werden müssen. Diese Fristen unterscheiden sich je nach Hochschule.

Ein Beispiel mit umgerechneten Noten

Angenommen, deine Heimathochschule hat die Leistungen deines Auslandssemesters bereits nach ihren eigenen Regeln in deutsche Noten umgerechnet. Das ist die Zahl, die für deinen Durchschnitt zählt, nicht eine Umrechnung, die du selbst erfunden hast. Du bekommst:

KursNoteLeistungspunkteNote × Leistungspunkte
Kurs A1,7610,2
Kurs B2,3613,8
Kurs C1,333,9
Summe1527,9

Der gewichtete Durchschnitt ist 27,9 ÷ 15 = 1,86. Viele Hochschulen schneiden auf eine Dezimalstelle ab (1,8), andere runden (1,9). Wie deine Hochschule es macht, steht in der Prüfungsordnung; der Rechner schneidet beim deutschen Notensystem auf eine Stelle ab. Mehr zur Formel findest du in der Anleitung zum gewichteten Durchschnitt.

Wie dich der Rechner dabei unterstützt

In AveragExcellent hat jeder Studiengang sein eigenes Notensystem. Wenn du in einem anderen Land neu beginnst oder parallel zwei Studiengänge verfolgst, legst du für jeden einen eigenen Studiengang mit dem passenden System an, zum Beispiel das deutsche, das französische (0 bis 20) oder den US-GPA. So rechnet der Durchschnitt jeweils nach den Regeln dieser Skala.

Wichtig: Der Rechner rechnet keine Noten von einem System in ein anderes um. Wenn du das Notensystem eines bestehenden Studiengangs änderst, bleiben eingegebene Noten unverändert, und du musst sie selbst aktualisieren. Trage Auslandsnoten also so ein, wie deine Hochschule sie offiziell ausweist. Die Daten bleiben auf deinem Gerät. Du kannst gleich deinen Durchschnitt im Rechner berechnen. Wenn ein Auslandsaufenthalt dein Pensum verändert, hilft dir auch der Artikel über Zeitmanagement für Studierende mit vollem Terminkalender.